Sonntag, 21. April 2024
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    „Untergetaucht“ – Buchvorstellung in Magdeburg: Vom Überleben als Jüdin in Berlin im Zweiten

    Die Geschichte seiner Mutter erzählt der Historiker und langjährige Direktor der „Neuen Synagoge – Centrum Judaicum“ in Berlin Hermann Simon in der Biographie „Untergetaucht. Eine junge jüdische Frau überlebt in Berlin 1940-1945“. Gemeinsam mit der Schauspielerin Nicole Haase stellt er sein Buch am Donnerstag, 4. April, um 17 Uhr in der Stadtbibliothek vor.

    77 Tonbandkassetten in Buchform

    Erst spät, wenige Jahre vor ihrem Tod, erzählte Marie Simon ihrem Sohn Einzelheiten über die Zeit ihres Untertauchens in den Jahren des Zweiten Weltkriegs. Marie Simon war Professorin für Philosophiegeschichte und Philologie an der Humboldt-Universität. Sie starb 1998.

    Während der Gespräche mit ihrem Sohn entstanden 77 Tonbandkassetten mit ihren Berichten, die von der Autorin und Journalistin Irene Stratenwerth und Hermann Simon für die Veröffentlichung in Buchform bearbeitet wurden. Die Aufnahmen gelten als ein einmaliges Dokument „ohne Pathos und ohne Helden“ über diese Zeit. Marie Simon beschreibt ihre Geschichte jedoch nicht als reine Opfergeschichte, sondern gerade ihre unbeugsame Widerständigkeit rettete ihr das Leben, ist Hermann Simon überzeugt.

    Mit kühler Nüchternheit schildert Marie Simon detailliert ihr Leben als Illegale in der Metropole des Dritten Reichs. Unterzutauchen bedeutete, ständig den Wohnort zu wechseln. Immer wieder findet sie Nichtjuden, die ihr helfen, doch nicht wenige nutzen ihre Situation aus. „Reine Engel“, sagt sie, begegneten ihr unter ihren Helfern nicht.

    Alle interessierten Gäste sind herzlich zur Vorstellung des Buches „Untergetaucht. Eine junge jüdische Frau überlebt in Berlin 1940 bis 1945“ mit dem Autor Hermann Simon und der Schauspielerin Nicole Haase am Donnerstag, 4. April, um 17 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtteilbibliothek, Breiter Weg 109, herzlichen eingeladen. Die Lesung, bei der Originalzeugnisse gelesen und gezeigt werden, wird gemeinsam von der Stadtbibliothek, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt sowie dem Kulturforum der Stiftung ausgerichtet. Der Eintritt ist frei. (Stadtbibliothek Magdeburg)

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