Donnerstag, 30. Mai 2024
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    Politikerin ist von Aufgabenvielfalt einer Apotheke überrascht

    Wie geht es den Apotheken in Sachsen-Anhalt? Vor allem, wie ist die Situation im ländlichen Raum? Wie können kurze Wege für Patientinnen und Patienten in einem Flächenland gesichert bleiben? Wie steht es um die Notdienstversorgung? Mit dieser breiten Themenpallette wird sich in den kommenden Wochen der Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Landtag von Sachsen-Anhalt befassen. Um für diese sogenannte Selbstbefassung im Ausschuss gut informiert zu sein, besuchte Nicole Anger von der Partie Die Linke am 6. Februar 2023 die Sonnen-Apotheke in Magdeburg. Inhaber Dr. Lars-Alexander Mohrenweiser gab ihr einen umfassenden Einblick hinter die Kulissen, um aufzuzeigen, was alles von einer voll versorgenden Apotheke gemeistert werden muss. Angefangen von aktuellen Lieferengpässen, Bürokratiewahn bei Hilfsmitteln (Inkontinenzversorgung) über Labortätigkeiten mit der Herstellung von Salben und anderen Arzneimitteln in der Rezeptur bis hin zu unvollständig ausgefüllten Rezepten war die Themenvielfalt bunt und äußerst beeindruckend für die Politikerin.

    „Wir versuchen alles möglich zu machen, um  unsere Patienten hier vor Ort schnell und umfassend mit den benötigten Arzneimitteln zu versorgen. Im Gegenteil zu den Versandapotheken geben wir kein Rezept einfach an den Patienten zurück, weil wir durch Lieferengpässe Probleme mit der Versorgung haben. Im Kontakt mit den Ärzten suchen wir zeit- und personalaufwändig nach Lösungen, die wir auch immer finden. Und wir kümmern uns selbst um die Rezepte von Patienten, die zuvor erfolglos bei einer Versandapotheke eingereicht worden sind. Denn Onlineapotheken machen sich nicht den Aufwand und suchen den Kontakt zu den Ärzten. Wir schon“, erklärt Dr. Mohrenweiser, der zugleich auch Vizepräsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt ist.

    „Das Aufgabenspektrum einer Apotheke geht wirklich weit über das eigentliche und für Außenstehende bekannte Abgeben von Arzneimitteln hinaus. Davon konnte ich mich heute eindrucksvoll überzeugen. Und warum die Apotheke vor Ort so immens wichtig ist, zeigt sich anhand des Kümmerns um jeden Einzelnen. Diese wohnortnahen Strukturen müssen wir unbedingt erhalten“, sichert Nicole Anger dem Apotheker zu.  

    Dr. Mohrenweiser zeigte der Politikerin mehrere mit einem Code versehenen Rezepte, die zuvor bei einer Onlineapotheke eingereicht worden waren. Da es sich um nicht lieferfähige Medikamente handelt, soll nun die Vor-Ort-Apotheke einspringen und sich um Alternativen bemühen. Das geht immer nur in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten. „Wir sind gern für unsere Patienten da. Aber wir können nicht überleben, wenn wir nur die zeitaufwändigen Rezepte hier vor Ort managen sollen. Unsere Grundhonorierung sieht diesen zusätzlichen Zeitaufwand mit den vielen Rückfragen nicht vor. Darum müssen Apotheken ausreichend für ihren anfallenden Arbeitsmehraufwand honoriert werden“, richtet sich Dr. Mohrenweiser mit einer konkreten Forderung an die Politik. 

    Nicole Anger konnte viele Hintergründe und Anregungen aus dem Apothekenbesuch für ihre Arbeit im Landtag mitnehmen. Für sie hatte sich der Abstecher in die Apotheke ausgezahlt. Sie wird sich weiter dafür einsetzen, dass die Strukturen der Vor-Ort-Apotheken landesweit erhalten bleiben. (Apothekerkammer Sachsen-Anhalt)

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