Dienstag, 23. April 2024
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    Mehr Landeskinder ins Medizinstudium… – Statement ostdeutscher Ärztekammern

    Die Ärztekammern der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen begrüßen die Initiative des Ministerpräsidenten (MP) Reiner Haseloff (CDU, Sachsen-Anhalt), die Vergabe von Medizin-Studienplätzen neu zu strukturieren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den östlichen Bundesländern, besonders im ländlichen Raum, mindestens am Limit bewegt. Der demografische Wandel bereitet hier ausgesprochen große Sorgen, zusätzlich werden bis 2030 viele der heute berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand treten.

    Staatsvertrag der Bundesländer über Hochschulzulassung muss geändert werden

    Die Kammern sehen es als ihr erklärtes Ziel an, die Zahl der jungen Mediziner zu erhöhen, die ihre berufliche Zukunft im Osten finden wollen. Die Schaffung einer Quote für Landeskinder im Medizinstudium, die MP Haseloff vorschlägt, ist hierfür probates Mittel. Dies wiederum setzt eine größere Freiheit und Verantwortung der Länder bei der Vergabe der zulassungsbeschränkten Studienplätze voraus. Dafür muss der Staatsvertrag der Bundesländer über die Hochschulzulassung geändert werden. Ein großes Vorhaben!

    Bis es soweit ist, müssen zusätzliche Wege beschritten werden: Attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen sind der Schlüssel, um junge Fachkräfte, auch Ärztinnen und Ärzte, für Regionen zu begeistern und dort zu halten. Eine funktionierende Infrastruktur, ausreichend Wohnraum, Kita-Plätze, Kulturstätten und Erholungsmöglichkeiten sorgen für Lebensqualität und wecken das Bedürfnis, sich niederzulassen, eine Familie zu gründen und zu bleiben. Dies sollte den jungen Medizinern bereits während des Studiums vermittelt werden.

    Die ostdeutschen Ärztekammern plädieren daher für einen Schulterschluss von Ärztekammern, Universitäten, Verwaltungen sowie Kommunen und Gemeinden. Die Investition in die Strukturen und die Attraktivität der Länder schafft lohnende Lebens- und Arbeitsbedingungen für Fachkräfte, nicht zuletzt Ärztinnen und Ärzte.

    In diese Richtung weisen das von MP Haseloff in Sachsen-Anhalt eingerichtete Gesundheits-Kabinett, das mehrere Ministerien, die Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenhausgesellschaft und weitere Körperschaften und Organisationen zur Problemlösung vereint oder das Netzwerk des Freistaates Sachsen „Ärzte für Sachsen“. Die Botschaft ist klar: Wir bilden aus und wollen davon profitieren.  (PM Ärztekammer Sachsen-Anhalt)

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