Sonntag, 3. März 2024
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    Apothekerverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wägen Zusammenlegung ab

    Viele strukturelle Aufgaben in den Apothekerverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ähneln sich oder sind sogar identisch. Nun wird überlegt, wie Synergien genutzt und die Arbeit effizienter gestaltet werden können. Die drei Verbände stellen sich aktuell die Frage, welche Wege es für eine engere Zusammenarbeit gibt. Im Diskussionsergebnis könnte die Gründung einer gemeinsamen Verbandsstruktur stehen. Diese muss auf die Besonderheiten der jeweiligen Länder eingehen und diese integrieren.

    Warum dieser Schritt?

    Noch sichern rund 2000 Haupt- und Filialapotheken in den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die zuverlässige wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln ab. Diese Vor-Ort-Versorgung lässt sich immer schwerer bewerkstelligen, da die Apothekenzahlen bundesweit sinken, die Aufgaben für alle verbliebenen jedoch steigen. Dieser Trend macht auch vor Mitteldeutschland nicht Halt. Personalmangel, strukturelle Unterfinanzierung, Lieferengpässe sowie die massive Bürokratie sind Beispiele für Herausforderungen, die die Apotheken vor Ort aber auch die Landesapothekerverbände bewältigen müssen.

    Zusätzlich kommen auf die Apothekenteams neben den bestehenden Kernarbeiten neue Aufgaben zu, beispielsweise die Grippe- und Coronaimpfungen und neue pharmazeutische Dienstleistungen. Auch aufwendige Digitalisierungs­prozesse, wie etwa beim E-Rezept, müssen die Apotheken umsetzen.

    „Wir merken in den Geschäftsstellen, dass die Aufgaben deutlich umfangreicher werden und zukünftig mit dem vorhandenen Personal nicht optimal gelöst werden können. Wir diskutieren, ob es sinnvoller ist, gemeinsam zu arbeiten. So bleibt der umfangreiche Service bestehen, wird aber vielleicht effektiver auf alle Schultern verteilt. Denn wir wollen unseren Mitgliedern trotz sinkenden Apothekenzahlen und steigenden Kosten den gewohnten oder einen besseren Service anbieten“, erklärt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes.

    Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt:

    „In gemeinsamen Treffen haben wir festgestellt, dass wir in der täglichen Verbandsarbeit bereits viele Parallelen und gleiche Inhalte bearbeiten. Aber auch Unterschiede in den Arbeitsabläufen und Strukturen der drei Verbände wurden identifiziert. Regionale Besonderheiten, beispielsweise bei den Gesundheitsministerien, Apothekerkammern und Behörden, müssen berücksichtigt werden und ihren Eingang finden.“

    „Ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit der Verbände intensiviert wird, entscheiden ihre Mitglieder. Die Fusion der drei Partner zu einem gemeinsamen Verband ist eine der möglichen Optionen. Das werden wir in den nächsten Monaten intensiv beraten und mit Fachleuten rechtssichere Lösungswege abklären“, erläutert Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes.

    Erstmalig wurde zur Mitgliederversammlung am 01. November 2023 des Sächsischen Apothekerver­bandes in Bad Lausick zu diesem Thema informiert.

    Zu dieser sind neben dem Vorsitzenden Thomas Dittrich, auch die Vorsitzenden aus Sachsen-Anhalt und Thüringen, Mathias Arnold und Stefan Fink, angereist. Am heutigen 2. November 2023 werden die Mitglieder aus Sachsen-Anhalt und am 8. November die Thüringer informiert. (PM Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V.)

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