Samstag, 25. Mai 2024
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    Ist der Kapitalismus märchenhaft? „Meister Röckle“ im Schauspielhaus Magdeburg

    „Meister Röckle“ ist einem breiteren Publikum durch das Kinderbuch von Ilse und Vilmos Korn, vor allem aber durch die DEFA-Verfilmung von 1974 mit Rolf Hoppe in der Titelrolle in Erinnerung. Das Theaterkollektiv „les dramaturx“ erzählt die Geschichte, die ursprünglich Karl Marx zugeschrieben wird, in einer ganz neuen Fassung am Schauspiel Magdeburg. „Meister Röckle“ ist letztmalig am 01.05.2024, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus zu sehen.

    Reiche werden reicher, Arme ärmer

    1853: Marx arbeitet an Vorstudien zum Kapital. Abends erzählt er seinen Töchtern Jenny und Laura Episoden aus dem Märchen von Meister Hans Röckle und dem Teufel. Röckle ist ein Erfinder und Puppenspieler, der dem Teufel seine Seele überschreibt. Im Gegenzug erhält er Zauberkraft, um damit alles erfinden zu können, was er sich vorstellen kann. Röckle glaubt, den armen Bewohner:innen des Dorfes zu helfen. Leider muss er feststellen, dass von seinen Erfindungen nur wenige profitieren: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Frustriert schmeißt Röckle hin. Der Teufel triumphiert: Denn laut Vertrag darf Röckle niemals aufhören, Neues zu erfinden.

    Wie lässt sich der Teufel überlisten?, fragen sich Meister Röckle im Märchen und Karl Marx im Kapital. Warum scheint es leichter, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen? Warum ist es so schwer, offene Enden zu denken? Ist der Kapitalismus märchenhaft, und inwiefern sind Märchen realistisch? In einem Mix aus einer unterhaltsamen Fabel und einem Diskurs, in den sich Marx und Engels kommentierend einmischen, gehen Lynn Takeo Musiol und Christian Tschirner diesen Fragen nach und begleiten Röckles Weg vom Spielzeugerfinder zum Ingenieur, den des Teufels vom „klassischen“ Gehörnten zum „klassischen“ Schnösel, den der Arbeiter:innen von Feldbäuer:innen zu modernen Lieferservicekräften.

    Die Titelrolle wird in der Magdeburger Inszenierung von Kammerschauspielerin Iris Albrecht gespielt. Außerdem sind Anton Andreew, Julia Buchmann, Nico Link, Lynn Takeo Musiol, Michael Ruchter, Carmen Steinert und Christian Tschirner zu erleben. Ein politisches Familienstück aus 9 ¾ Zauberei, ½ Politik und sechs Esslöffel Puppenspiel von les dramaturx.

    Preise und Reservierung

    (PM Theater Magdeburg)

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