Montag, 27. Mai 2024
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    Europäische Experten berieten über mögliche Strategien für das Magdeburger Festungskulturerbe

    In der Festung Mark haben kürzlich sechs europäischen Expert*innen über die Steuerung und Digitalisierung des Festungskulturerbes beraten. Gastgeberin der zweitägigen Veranstaltung war die Landeshauptstadt Magdeburg. Oberbürgermeisterin Simone Borris hatte die Tagung mit Gästen aus Belgien, England, Italien und Spanien mit einem Grußwort eröffnet.

    Auf Basis bewährter Beispiele diskutierten die Teilnehmenden über den erfolgreichen Umgang mit dem Festungs-Kulturerbe und möglichen Strategien in Magdeburg. Neben den europäischen Experten nahmen auch regionale Akteurinnen und Akteure vom Sanierungsverein „Ravelin 2“, „Forum Zukunft Festung“, Magdeburger Tourismusverband Elbe-Börde-Heide, von der Magdeburg Marketing, Kongress- und Tourismus GmbH, dem Ministerium für Kultur sowie der Investitions- und Marketinggesellschaft an der Veranstaltung teil.

    Oberbürgermeisterin Simone Borris hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Magdeburger Festungsanlagen hervor und betonte, dass die Stadt deren Koordination und Steuerung verbessern sowie durch digitale Strategien neue Zielgruppen erreichen möchte. Eine wesentliche Erkenntnis der Tagung ist, dass die mit dem Festungskulturerbe verbundenen Zuständigkeiten sowohl innerhalb der Stadt als auch in Kooperation mit dem Land besser gebündelt werden müssen.

    Ziel ist, das Alleinstellungsmerkmal der früheren Festungsstadt Magdeburg und die damit verbundenen Potentiale besser zu nutzen. Der wesentliche Ausgangspunkt dafür ist die Schaffung einer Gesamtvision, welche die Landeshauptstadt derzeit erarbeitet. In den Prozess sollen auch interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger einbezogen werden. Die Ergebnisse des Austausches, der als „Peer Review“ bezeichnet wird, werden nun gebündelt und finalisiert.

    Hintergrund ist, dass die Landeshauptstadt Magdeburg als Ergebnis des Interreg Europe-Projektes „Recapture the Fortress Cities“ (Rückeroberung der Festungsstädte) derzeit einen Masterplan für das Festungskulturerbe erstellt. In diesen Plan werden auch Empfehlungen der Tagung integriert.

    Oberbürgermeisterin Simone Borris bei der InterReg Europe Peer Review
    (Foto: Landeshauptstadt Magdeburg; Anke Hirsch)

    Moderiert wurde die zweitägige Veranstaltung von Astrid Severin (Policy Learning Platform) und Josephine Kroneberg (Projektkoordinatorin der Landeshauptstadt). Während der Diskussion im Rahmen der Tagung betonte Dr. Joseph Elders (England) die Wichtigkeit der vertrauensvollen Integration der regionalen Akteur*innen und Expert*innen. Wim Debaene aus Belgien empfahl, die Festungsorte diversen Themengebieten zuzuordnen, um sie besser greifbar zu machen. Dr. Irene Ruiz Bazán (Spanien) hob besonders hervor, das bereits Erarbeitete besser zu bündeln und mehr Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten anzustreben.

    Als Tourismusexpertin aus der Toskana ging Teresa Calderola (Italien) insbesondere darauf ein, wie die Vermarktung verbessert werden kann. Victor Rey Calatayud (Spanien) stellte besonders die Wichtigkeit digitaler Instrumente heraus, die zum Erhalt des Kulturerbes beitragen und außerdem ermöglichen, dieses in einen größeren europäischen Rahmen einzuordnen.

    Die „Peer Review“ in Magdeburg bot außerdem die Basis für eine langfristige Vernetzung der Teilnehmenden untereinander, auch mit Blick auf zukünftige Interreg-Europe-Projekte. Auf dem Programm der zweitägigen Veranstaltung standen auch Führungen in der Festung Mark und der Festungsanlage „Ravelin 2“.

    Momentaufnahme InterReg Europe Peer Review
    (Foto: Landeshauptstadt Magdeburg; Anke Hirsch)

    Hintergrundinformationen

    Das Kulturerbe der Festungsanlagen hat in den vergangenen Jahren in Magdeburg zunehmend an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewonnen. Mit den Festungsanlagen sind vielfältige Potentiale verbunden: in den Bereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung, Denkmalschutz, Grünpflege und Klimaschutz sowie im regionalen und internationalen Tourismus. In Magdeburg werden die verbliebenen Festungsanlagen insbesondere auch für Kultur, Erholung, soziale Projekte, Wohnen, Sport, als Unterkunft oder für Gastronomie genutzt.

    Ein Teil der Festungsanlagen liegt noch ungenutzt brach. Die alten Mauern stehen nicht allein für von Umbrüchen gezeichnete europäische Geschichte, sondern können mithilfe sinnvoller Strategien einen bedeutenden Beitrag zu einer lebenswerten Stadt leisten.

    Um dieses spezielle Kulturerbe ganzheitlich anzugehen und zu vermarkten, bedarf es noch passender Strategien. Durch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten sollen diese Potentiale auch über die Stadtgrenzen hinaus besser ausgeschöpft werden. „Interreg Europe Peer Reviews“ sind eine gute Gelegenheit, den Dialog mit europäischen Expert*innen sowie mit und zwischen den lokalen und regionalen Akteur*innen zu fördern. (PM LH MD)

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