Samstag, 25. Mai 2024
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    Haben sich Sachsen-Anhalts Straßen zu einem blutigen Schlachtfeld entwickelt?

    Ein grundsätzliches Umdenken mit mehr Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein bei den Verkehrsteilnehmern in Sachsen-Anhalt hat der DEKRA Gebietssprecher für Mitteldeutschland und Niederlassungsleiter in Magdeburg, Mario Schwarz, angesichts der dramatisch gestiegenen Zahl an Verkehrstoten gefordert.

    2022 waren 152 Menschen im Straßenverkehr getötet worden, 39 bzw. 34,5 Prozent mehr als 2021 und 15 bzw. 10,9 Prozent mehr als 2019. Damit ist Sachsen-Anhalt mit weitem Abstand bei 70 Toten das Schlusslicht bei den Verkehrstoten pro 1 Million Einwohner.

    „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie sich Sachsen-Anhalts Straßen zu einem blutigen Schlachtfeld entwickeln“, sagte Schwarz am Donnerstag, 14. September, in Magdeburg bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsreportes 2023. Dass es auch anders gehe, zeige die Entwicklung in Sachsen und Thüringen. In beiden Bundesländern habe es einen Rückgang bei der Zahl der Verkehrstoten gegeben, und zwar von 8,5 bzw. 2,3 Prozent in 2022 gegenüber dem Vorjahr und von 26,2 bzw. 7,6 Prozent gegenüber 2019. 2022 kamen in Sachsen 118 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, in Thüringen 85. Die Zahl pro 1 Million Einwohner lag bei 29 bzw. 40. Der Bundesdurchschnitt lag bei 33, wobei die absolute Zahl der Verkehrstoten 2.782 betrug.

    Bemerkenswert bei der Zahl der Verkehrstoten in Sachsen-Anhalt ist nach den Worten von Schwarz, dass sich die Zahl der Verkehrstoten, die 75 Jahre und älter waren, von 13 auf 41 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht hat. In diesem Zusammenhang wies er auf den Mobilitäts-Check von DEKRA hin, der nicht nur für Ältere gedacht sei, sondern auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder nach Unfällen, für Menschen, die auf bestimmte Medikamente angewiesen seien, oder Personen mit abnehmenden Hör- und Sehvermögen oder Problemen der Beweglichkeit – also für alle, die sich unsicher beim Fahren fühlten und eine neutrale Bewertung wünschten.

    Neben dem Verkehrsgeschehen in Mitteldeutschland stand der Verkehrssicherheitsreport 2023 im Mittelpunkt, der unter der Überschrift „Technik und Mensch“ zahlreiche Problemfelder aus Sicht der Unfallforschung, der Verkehrspsychologie, der Fahrzeugtechnik, der Infrastrukturgestaltung und der Gesetzgebung beleuchtet.

    Für Schwarz steht die Gesellschaft mit der zunehmenden Digitalisierung des Straßenverkehrs an der Schwelle der wohl größten Mobilitäts-Revolution seit der Erfindung des Automobils. Software und Elektronik übernähmen immer mehr Aufgaben und machten das Auto zur rollenden High-Tech-Maschine. Die Erwartungen an die technologische Entwicklung in Sachen Sicherheit seien enorm. Im gleichen Atemzug würden aber auch Bedenken mit Blick auf potenzielle neue Risiken geäußert. „Es ist wichtig, das gesamte Mobilitätssystem im Auge zu behalten, ebenso wie die wechselseitige Wirkungsdynamik.

    Die Rolle des Fahrers wird sich wandeln, und mit ihr das Gesamtsystem der Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug“, betonte der DEKRA Experte. „Grundvoraussetzung für den Einsatz von Assistenzsystemen ist, dass sie für alle Nutzer leicht verständlich sind“, erklärte Schwarz. Ihre Bedienung dürfe nicht zu neuen Risiken oder Gefahren führen, mit denen die erzielten Erfolge in der Verkehrssicherheit wieder aufs Spiel gesetzt würden.

    Doch welche Assistenzsysteme in einem Fahrzeug auch immer verbaut sein mögen: Stand heute bleibt nach den Worten des DEKRA Experten die Verantwortung beim Menschen. So müssten die Fahrer jederzeit die volle Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr richten und bei Bedarf eingreifen beziehungsweise die Systeme übersteuern.

    „Gerade sehr gut und zuverlässig funktionierende Systeme insbesondere etwa in den Bereichen Abstandsregelung und Spurhalten verleiten aber viele Verkehrsteilnehmer dazu, sich auch anderen Aufgaben als dem Fahren zuzuwenden“, gab Schwarz zu bedenken. Mehrere schwere Unfälle seien schon die Folge einer solchen Fehleinschätzung bezüglich der Systemauslegung gewesen. (PM DEKRA | Grafik & Foto: DEKRA)

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