Dienstag, 16. April 2024
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    Solaranlage Gut Paulshof: Wünsche der Bürger fließen in die Planung mit ein

    Rund 150 Bürgerinnen und Bürger aus Möser und Schermen haben sich am Montag, den 20. März im Bürgerzentrum zur Solarplanung von zwei Landwirtschaftsbetrieben informiert. Mit Kritik und Wünschen wurde nicht gespart: Mehr Transparenz, maximale Verbesserung für den Naturschutz, eine finanzielle Beteiligung oder günstiger Solarstrom für die Anwohnerinnen und Anwohner waren besonders gefragt.

    Am Anfang war es laut im Bürgerzentrum von Möser. Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern machten ihrem Ärger darüber Luft, dass sie sich nicht von den Solarplanungen in ihrer Gemeinde informiert fühlten und so eine Anlage nicht vor ihrer Haustür haben wollten. Auch grundsätzliche Befürchtungen – etwa vor lokalen Wärmeinseln, um einen Stromüberschuss im lokalen Netz und generell um den Landschaftseindruck – wurden nachdrücklich geäußert.

    „Wir stehen erst ganz am Anfang unserer Planung, nehmen das sehr ernst und wollen die Menschen in der Zukunft permanent auf dem Laufenden halten“, erklärte Hartmut Meyer, der als Geschäftsführer der lokalen Landwirtschaftsbetriebe die Anlage rund um den Paulshof und Karolinenhof initiiert hat.

    Geplant: Ein vorbildlicher Solarpark

    „Anregungen sind sämtlich willkommen. Ob Sichtschutz, die Gestaltung der Rad- und Spazierwege oder Verbesserung für Artenvielfalt und Natur vor Ort: Wir wollen hier einen in jeder Hinsicht vorbildlichen Solarpark planen“, so Meyer.

    Aktuell wertet die Lintas Green Energy als beauftragter Fachplaner die Wünsche und Einwände der Bürgerinnen und Bürger aus. Auf dem Bürgerforum standen dabei als konkrete Anregungen Hecken und Gehölze als Sichtschutz und Lebensraum für Tiere um die geplante Anlage herum im Mittelpunkt.

    Dazu kamen Vorschläge zum Anlegen von Wildwechseln und der Wunsch, die Fläche der Solaranlage mit kleinen Feuchtgebieten, Hügeln aus Lesesteinen und Todholz-Bereichen für Insekten und Reptilien ökologisch noch weiter aufzuwerten.

    Da die Flächen für die Solarmodule nur wenige Male im Jahr gemäht werden müssen und gegebenenfalls mit Schafen beweidet werden können, ergibt sich ohnehin eine Verbesserung für Tiere und Pflanzen gegenüber der bisherigen intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung.

    Viele eingeladene Bürgerinnen und Bürger nutzten die Möglichkeit, ihre Ideen in die ausgelegten, großformatigen Pläne einzutragen.

    Vorteile für Gemeinde und Bürger

    Die Planer sind bei der Gestaltung der Anlage flexibel, weil die Solaranlage nur etwa 100 der 134 Hektar Wiesen- und Ackerflächen nutzen, die laut dem gesamträumlichen Gemeindekonzept (gGK) der Gemeinde Möser für die Solarenergie ausgewiesen werden könnten.

    Geschäftsführer Hartmut Meyer betonte auf der Veranstaltung, dass die Gemeinde bei einer Solaranlage mit einer installierten Leistung um die 100 Megawatt rund 200.000 bis 240.000 Euro an direkten Einnahmen erwarten kann. Diese Abgabe an die Gemeinde entspricht den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

    Dazu kommen die Gewerbesteuern, die ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Sitz in der Gemeinde abgeben müsste. Gesetzlich ist heute auch festgeschrieben, dass 70 Prozent der Gewerbesteuer in der Standortgemeinde bleiben, falls die Betreibergesellschaft ihren Sitz nicht vor Ort hat. Die bisherige Landwirtschaft auf den Flächen sei durch Trockenheit und steigende Kosten der Bewirtschaftung dagegen kaum noch lohnend.

    „Wir haben auch den klaren Auftrag mitgenommen, dass die Bürgerinnen und Bürger gerne auch finanziell direkt von der Anlage profitieren möchten“, erklärt Julia Kaufmann als verantwortliche Planerin bei Lintas Green Energy. „Wir müssen nun überlegen, was man hier am besten praktisch umsetzen kann“, so Kaufmann zu den nächsten Schritten. (PM Ahnen&Enkel)

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