Donnerstag, 23. Mai 2024
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    Medikationsanalyse bietet Sicherheit und verhilft zu mehr Einnahmetreue

    „Manche Patienten erwähnen nebenbei, dass sie nicht immer so viele Tabletten einnehmen wollen. Also lassen sie mal das eine oder andere Arzneimittel an manchen Tagen ausfallen. Wenn ich so etwas erfahre, biete ich ihnen unseren Medikationscheck an. Dort schaue ich gemeinsam mit dem Patienten, welche Wege es gibt, um die Therapietreue zu erhöhen“, erklärt Beatrice Kositzki.

    Anspruch auf diese speziellen Beratungen in der Apotheke

    Die junge Mutter ist im Vorstand des LAV (Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V.) und hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen zu informieren. Sie selbst hat einen großen Bedarf bei Polymedikation und bei der Kontrolle des Blutdrucks erkannt und sie stärker in ihren Apothekenalltag integriert. Beratungen zum richtigen Inhalieren bei Asthma, die Betreuung von Patienten nach Organtransplantationen oder oraler Antitumortherapie können aber ebenfalls über die Krankenkassen abgerechnet werden. Seit Sommer 2022 haben Patienten einen Anspruch auf diese speziellen Beratungen in der Apotheke. Älter werdende Menschen benötigen häufig mehrere Medikamente. Gerade dann brauchen sie besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung, um die richtigen Arzneimittel zur richtigen Zeit anzuwenden. Patienten die  dauerhaft mindestens fünf ärztlich verordnete Arzneimittel anwenden, können ihre Medikation einmal jährlich überprüfen lassen. Zu diesem Check kommt dann die gesamte Medikation auf den Prüfstand.

    Neben den verordneten Arzneimitteln also auch die Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die rezeptfrei erworben worden sind. Sämtliche Arznei- und Zusatzmittel durchleuchten die Apotheker auf Einnahmezeit, Dosierung, Wechsel- oder Nebenwirkung. „In vielen Gesprächen konnte ich den Patienten bereits mit Tipps und Hinweisen zu deutlich mehr Lebensqualität verhelfen“, freut sich die Apothekerin über die positiven Rückmeldungen seitens ihrer Patienten. So berichtete eine Patientin, die mehrere blutdrucksenkende Mittel (Antihypertonika) einnimmt, von sehr niedrigem Blutdruck am Vormittag und dass ihr zu diesem Zeitpunkt häufiger schwindlig ist. Es stellte sich heraus, dass sie nach Einnahme des Diuretikums am Morgen konsequent das Trinken vermied.

    Beatrice Kositzki: „Ich legte ihr ans Herz, auch schon am Vormittag ausreichend zu trinken, um ihr Wohlbefinden zu steigern. Bei einem Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung haben wir den Einnahmezeitpunkt eines Arzneimittels verändert. Statt nach dem Essen nimmt er sein Medikament nun davor, was zu einer Wirkungsverbesserung beiträgt.“ Und ergänzt: „In einem weiteren Medikationscheck konnten wir ein mittlerweile überflüssiges Medikament herausfiltern. Parallel zu einem Schmerzmedikament war vor längerer Zeit Pantoprazol verordnet worden. Das Schmerzmedikament wurde zwischenzeitlich abgesetzt, Pantoprazol hingegen grundlos weiter eingenommen. Nach Rücksprache mit seinem Arzt konnte der Patient es aber weglassen.“

    Bindeglied zwischen Arzt und Patient

    Alle Beispiele zeigen auf, wie wichtig diese neuen Dienstleistungen in den Apotheken für die Patienten sind. Apotheker verstehen sich immer als Bindeglied zwischen Arzt und Patient. „Wir in den Apotheken sind einfach und spontan zu erreichen. Beste Voraussetzungen also, um einen konkreten Überblick über die Gesamtmedikation eines Patienten zu bekommen. Wir befördern zugleich das Einnahmeverständnis, warum und für welche Erkrankungen ein Medikament notwendig ist. So werden Kosten eingespart“, nennt Beatrice Kositzki Vorteile dieser Betreuung. 

    Krankenkassen sparen übrigens Beitragsgelder, weil unnötige Arzneimittelausgaben entfallen und geringere Folgekosten durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen entstehen. Ärzte behalten die uneingeschränkte Therapiehoheit, werden jedoch insbesondere bei der Arzneimittelanamnese ihrer Patienten entlastet. Die intensive Beratung verstärkt zudem das Vertrauen der Patienten in ihre Apotheke vor Ort. Durch das intensive persönliche Gespräch entsteht eine besondere Verbindung zum Patienten. Gerade für junge Apotheker sind diese neuen Aufgaben wichtig, denn sie können ihr breites Arzneimittelwissen für eine effektive Arzneimitteltherapie ganz konkret für ihre Patienten einsetzen. Welche Apotheke auch in Ihrer Nähe diese erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation anbietet, können Sie unter ApoGuide erfragen. (PM Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V.)

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