Dienstag, 21. Mai 2024
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    Gendern, Diversität und Meinungsfreiheit: Wie neutral muss eine Schule unterrichten?

    Wie neutral muss die Schule sein? Wie politisch darf ein Lehrer unterrichten? Was ist Meinungsfreiheit im Unterricht? Mit diesen Fragen beschäftigen sich sowohl Eltern als auch Lehrer an deutschen Schulen.

    Obwohl es kein Gesetz gibt, welches festlegt, wie neutral eine Unterrichtseinheit zu sein hat, gibt es das Leitprinzip der politischen Bildung, an das sich alle Lehrer halten sollten. Dieses Leitprinzip wird auch Beutelsbacher Konsens genannt und besteht aus 3 Grundsätzen:

    • dem Überwältigungsverbot, auch Indoktrinationsverbot genannt
    • dem Kontroversitätsgebot
    • der Schülerorientierung

    Das Ziel des Überwältigungsverbot ist es zu verhindern, dass Schüler mit welchen Mitteln auch immer, von anderen Meinungen überrumpelt werden. Lehrern ist es also verboten, Schülern ihre eigene Meinung aufzuzwingen. Durch das Kontroversitätsgebot sollen Themen, die in der Wissenschaft und Politik umstritten sind, auch im Unterricht entsprechend neutral behandelt werden. Ein Lehrer muss seinen Schülern unterschiedliche Positionen eines Themas aufzeigen. Bei der Schülerorientierung sollen Schüler darauf vorbereitet werden, politische Situationen und eigene Interessen zu analysieren, um dann selbstständig eine Entscheidung für sich treffen zu können.

    Es darf demnach im Unterricht keine einseitige Willensbildung stattfinden, denn die Schule sollte ein neutraler Ort sein. Lehrer dürfen in ihrer Freizeit politisch aktiv sein, müssen sich aber bei schulischen Aufgaben unparteiisch verhalten. Beamte hingegen, die ungefähr 80% der Lehrer ausmachen, sind verpflichtet, sich zu mäßigen und zurückzuhalten. Im Unterricht darf ein Lehrer Stellung zu einem Thema, welches in der Öffentlichkeit steht, nehmen, aber muss dieses Thema auf einer sachlichen Ebene mit den Schülern behandeln.

    Wichtig ist zudem, dass Neutralität nicht gleich das Dulden von demokratiefeindlichen Positionen bedeutet. Das Neutralitätsgebot, welches für alle Staatsorgane gilt, hat den Sinn, Chancengleichheit der Parteien und die freie politische Willensbildung zu sichern.

    Natürlich kommt es auch mal vor, dass Politiker eine Schule besuchen. Diese Besuche dürfen ohne Genehmigung stattfinden, jedoch sollten sie sich mindestens drei Tage vorher ankündigen. Die Schule muss bei solchen Treffen darauf achten, dass keine der Parteien dabei bevorzugt oder benachteiligt werden. Lediglich in den letzten vier Wochen vor den Wahlen sind solche Besuche verboten.

    Wenn man von Neutralität an Schulen spricht, ist ein weiteres, stark diskutiertes Thema, das Gendern. An Schulen gilt die deutsche Rechtschreibung, welche die neue Wunschschreibweise des Genderns nicht mit aufführt und auch nicht lehrt. Auch das Einfügen von Sternchen oder Doppelpunkten in Wörter ist dort nicht vorgesehen und gestattet es ist den Lehrern sogar, Punkte in Test oder Klausuren abzuziehen. Lehrern fällt vermehrt auf, dass Schüler das Gendern in ihren Wortschatz aufnehmen. Einige sind der Meinung, dass Gendern eine gute Sache ist, aber „…es muss keiner dazu gezwungen werden.”, teilte die GEW-Landeschefin Uschi Kruse einst mit.

    Auch ganz vorne mit dabei sind die Thema Klimaschutz und „Diversität“. Bleiben wir beim Klimaschutz und beispielsweise „Friday for Future“-Szene stehen, fällt es einigen Lehrern schwer, sich an die Schülerorientierung zu halten und lehren diesen Bereich mit zu vielen eigenen Emotionen und Ideologien. Natürlich sollen die Kinder lernen, was es bedeutet zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen zu können. Allerdings sollten sie auch wissen, was einige Forderungen bedeuten und lernen was eine eventuelle Umsetzung für Konsequenzen hat. Oder gehen wir in den Bereich der verschiedenen Geschlechter.

    Jeder sollte lieben dürfen, wen er möchte, egal zu welchem Geschlecht. Das ist wichtig und die Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten einen sehr großen Schritt im Bereich Toleranz gemacht. Ist es richtig, jetzt wie mit einer Brechstange vorzugehen und den Kindern in Workshops oder Sexualkunde mit gefühlt 99 neuen Geschlechtern zu konfrontieren, ohne dass sie erst einmal die Möglichkeit erhalten haben sich selbst kennenzulernen? In den Altersgruppen 14 bis 16, in denen diese Diversität aktuell gerne gelehrt wird, sind die Schüler in der eigenen Findungsphase, welche hier unterbrochen und vordiktiert wird.

    Ist sich der Schüler noch unsicher, wohin er gehört, gibt es zig Schubladen, die in diesen Workshops und Unterrichtsstunden geöffnet werden und jeder hat sich doch dann bitte in einer zu betten und wohlzufühlen. Und fühlt man sich in der vorgepressten Schublade nicht wohl und findet keine passende für sich, wird man ausgegrenzt. Das Selbstbewusstsein dieser Kinder leidet extrem unter diesen Druck, den „richtigen“ Begriff für sich zu finden und bekommt schnell das Gefühl nicht „normal“ zu sein.

    „Wie kannst du nicht wissen, was du bist?“ – Aber momentmal… Wer also nicht weiß welches Geschlecht er gerne angehören möchte, hat ja erstmal das biologische Geschlecht und wenn man nicht weiß, welches Geschlecht man bevorzugt, liebt man doch automatisch alle Geschlechter… und zack ist man „Pan“ und wird in eine Schublade geworfen.

    Sinn und Zweck der Diversität sollte doch die gelebte Individualität sein und nicht das Kategorisieren und Kennzeichnen eines jeden Menschen. Warum dürfen die Kinder die Welt und sich nicht ganz allein in ihrem eigenen Tempo kennenlernen und so ihren ganz individuellen Platz im Leben finden? Wieso muss alles benannt sein? Wieso akzeptiert selbst die „Diversität“ nicht jeden einzelnen Menschen so wie er ist, und zwar mit jeder schönen, als auch schlechten Seite.

    Machen uns nicht erst die Ecken und Kanten zu einem individuellen Individuum, anstatt alle im gleichen Einheitstrott einzusortieren und einem Stempel aufzudrücken? Hier wäre das Kontroversitätsgebot entsprechend anzupassen und anzuwenden, sowie das Überwältigungsverbot einzuhalten, um in der verwirrenden Pubertät nicht noch mehr zu verwirren.

    Wie neutral lehren also nun die Schulen? Vielleicht sollte jeder im Pädagogik- und Bildungsbereich einmal in sich hinein hören und sich an seine eigenen kindlichen Bedürfnisse erinnern. Kehren wir also das innere Kind nach außen, um unsere Kinder besser zu verstehen und so der Zukunft eine eigene und individuelle Chance einzuräumen. Hören wir doch einfach auf alles benennen und kaputtreden zu müssen. Gehen wir doch einfach mit der Akzeptanz auf das hier und jetzt, so wie es ist, gegenüber jedem Lebewesen durch die Welt. Ohne Zwang und Druck funktioniert das wie von selbst, wenn jeder nur ein wenig mehr vor der eigenen Haustüre kehrt und als Vorbild vorausgeht. (sjc/scn)

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