Samstag, 20. Juli 2024
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    Feierliche Wiedereröffnung der Hyparschale – Magdeburg investiert 24,8 Millionen Euro

    Oberbürgermeisterin Simone Borris hat heute im Rahmen einer Festveranstaltung gemeinsam mit Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sowie Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, die Magdeburger Hyparschale feierlich wiedereröffnet. Die Gesamtkosten für die Sanierung und Modernisierung der denkmalgeschützten Halle liegen bei rund 24,8 Millionen Euro, wovon etwa 8,3 Millionen Euro vom Bund und Land gefördert werden.

    „Mit der Wiedereröffnung der Hyparschale steht den Magdeburgerinnen und Magdeburgern sowie den Gästen der Stadt künftig ein moderner und vor allem einzigartiger Veranstaltungsort zur Verfügung“, blickt Oberbürgermeisterin Simone Borris voraus. „Die freitragende Dachkonstruktion ist ein architektonisches Meisterwerk, das wir auch dank der Förderung durch Bund und Land für viele weitere Generationen erhalten können und erlebbar machen. Die Magdeburgerinnen und Magdeburger werden begeistert sein, denn aus dem DDR-Rohdiamanten ist ein moderner Brillant geworden.“

    Oberbürgermeisterin Simone Borris öffnete zu Beginn der Veranstaltung gemeinsam mit dem Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger, Ministerin Dr. Lydia Hüskens und MVGM-Geschäftsführer Steffen Schüller sowie Vertretern der Stadtverwaltung und des Büros Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) symbolisch die sieben Pivottüren in den großen Saal der Hyparschale. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Theater Magdeburg. Anschließend folgten die Grußworte der Oberbürgermeisterin, des Staatssekretärs und der Ministerin.

    Bei der Festveranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen kamen auch der Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Prof. Axel Teichert, der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, der Experte für Schalendächer, Dr. Klaus-Jürgen Jentzsch sowie einer der beteiligten Architekten, Stephan Schütz von gmp, in einem Podiumstalk zu Wort. Trümper hatte im Jahr 2017 verkündet, dass die Landeshauptstadt die Sanierung und Modernisierung selbst übernimmt, und hatte damit die einsturzgefährdete Hyparschale vor dem Verfall gerettet.

    Im Anschluss an die Podiumsrunde übergab die Oberbürgermeisterin den symbolischen Schlüssel an den Geschäftsführer der MVGM, Steffen Schüller. Die Magdeburger Veranstaltungsgesellschaft wird ab dem 1. Juli als Betreiberin die Hyparschale übernehmen. Ein erstes Highlight ist die Banksy-Ausstellung, die ab 19. Juli in der Halle zu sehen sein wird.

    Hintergrund zur Sanierung und Modernisierung der Hyparschale Die Sanierung der Magdeburger Hyparschale startete im Dezember 2019. Für die Arbeiten an dem freitragenden Betonschalendach, das aus vier hyperbolischen Paraboloiden besteht, wurde eine eigens für die Hyparschale entwickeltes Verfahren mit dem Hightech-Material Carbon angewendet. Carbon hat eine fünffach höhere Zugfestigkeit gegenüber Stahl, aber nur einen Bruchteil dessen Gewichts.

    Zudem wurden die zwischen den Schalen über Kreuz verlaufenden Lichtbänder wieder geöffnet und schaffen so im Innenraum eine einzigartige Lichtatmosphäre. Nach den Plänen des Architektenbüros gmp ist aus der ehemals dunklen Hyparschale ein offener, lichtdurchfluteter Veranstaltungsort geworden.

    Auch im Inneren hat sich einiges verändert. So sind je vier 15 x 15 Meter große Funktions-Kuben entstanden. Die Raumeinbauten in jeder Ecke verfügen über je drei Ebenen, die in den Galerieebenen mittels Brücken verbunden wurden. Die flexibel nutzbare Struktur erzeugt zusammenschaltbare Räume für kleinere Veranstaltungen, Seminare, Ausstellungen und Gastronomie, die den großen Veranstaltungssaal in der Mitte der Halle räumlich fassen. Bis zu 500 Personen haben in der multifunktionalen Veranstaltungshalle Platz.

    Hintergrund zur Hyparschale

    Die Hyparschale wurde 1969 als Messe- und Ausstellungszentrum für Magdeburg nach den Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther errichtet. Das Dach ist eine baukonstruktive Besonderheit: Vier zusammengesetzte hyperbolische Paraboloiden mit einer Grundrissfläche von 48 x 48 Meter überspannen das Gebäude. Auch nach fast 50 Jahren ist dieses Solitärbauwerk ein beeindruckendes und erhaltenswertes Beispiel für die Kunst des leichten Bauens. Seit 1998 steht die Hyparschale unter Denkmalschutz. Sie gilt als architektonische Meisterleistung und ist ein kulturelles Wahrzeichen im Stadtbild der Landeshauptstadt.

    Die Hyparschale war seit 1997 ungenutzt und dadurch stark verfallen. 2017 erhielt das Architekturbüro gmp von der Landeshauptstadt Magdeburg den Zuschlag für die Sanierung. Kurz zuvor hatte der frühere Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper verkündet, dass die Landeshauptstadt den Umbau der Hyparschale umsetzen wird.

    Nach mehreren Gutachten und Zustandskontrollen konnten die Bauarbeiten zur Sanierung und Modernisierung am 3. Dezember 2019 beginnen. Richtfest war am 12. Oktober 2021. Im Mai 2023 startete der Innenausbau. Interessierten Bürgerinnen und Bürgern sind die Filme der Architektenkammer Sachsen-Anhalt zu empfehlen. Darin sind der Umbau und die Sanierung der Hyparschale und der Stadthalle dokumentiert. (PM LH MD)

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