Mittwoch, 29. Mai 2024
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    Depressionen – kann eine Gruppentherapie helfen?

    Die bunte Welt wird von Tag zu Tag grauer? Das Gedankenkarussell dreht sich immer schneller, aber die Stopptaste ist nicht erreichbar? Der Kopf füllt sich immer mehr und das Leben fühlt sich wie eine Last an? Immer öfter Probleme sich etwas zu merken, sich zu entscheiden oder sich zu konzentrieren? Es ist ein Kreislauf, der nicht enden will?

    Manche Menschen um uns herum leiden an Depressionen und bei vielen würde man es noch nicht einmal vermuten. Nur wenige schaffen es alleine heraus, nur einige nehmen Hilfe an und ganz viele rutschen in einen Verdrängungsmodus.

    Zusammen mit der MEU (Studienzentrum der DIPLOMA Hochschule) und der AOK Sachsen-Anhalt arbeitet das MAPP-Institut an einem Projekt, um genau diese Gruppe an Hilfesuchenden schnellstmöglich zu unterstützen. Im Rahmen einer aktuellen wissenschaftlichen Studie bietet das MAPP-Institut ab sofort für Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt eine wirksame Gruppentherapie zur Behandlung von Depressionen vor Ort in Magdeburg (Klausenerstraße 12) oder online per Videosprechstunde an.

    Vor der Gruppentherapie nimmt man an einem Einzelgespräch mit einem der Studientherapeuten teil und hat die Möglichkeit, das persönliche Krankheitserleben genauer zu beschreiben. Durch Gespräche und Fragebögen stellen die Studientherapeuten sicher, dass der Betroffene im Programm gut aufgehoben ist. Es wird sich ausreichend Zeit für die Teilnehmer genommen, damit die bestmögliche Behandlung und Termine in Gruppen von ca. 7 Teilnehmern gefunden werden. Die Therapie erstreckt sich über 12 Sitzungen mit jeweils einem Termin pro Woche.

    Während der Gruppentherapie kann auf Wunsch ein Wartelistenplatz für eine Einzelpsychotherapie eingenommen werden. Ob das Therapieangebot in Präsenz (möglich an den Standorten in Magdeburg oder Halle) oder per Video stattfindet, entscheidet vorab das Losverfahren.

    Das in Studien übliche Losverfahren dient dazu, dass die Studienergebnisse aussagekräftig sind. Im Therapieverlauf werden einige kurze Fragebögen ausgefüllt. Die Datenerhebung findet nur mit schriftlichem Einverständnis der Teilnehmer und in anonymisierter Form statt.

    Wer interessiert ist und die Hilfe gerne in Anspruch nehmen möchte, um so gegebenenfalls auch die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz zu überbrücken, kann sich telefonisch oder per Mail beim MAPP-Institut melden. Alle wichtigen Informationen und Kontaktdaten können im Flyer nochmals nachgelesen werden (sn).

    Wir haben uns einmal umgehört:

    Heike (53): Nach langer Pflege meiner Eltern und ihren Verlust, nahm ich mir keine Zeit, um neue Kräfte zu sammeln. Ich funktionierte für meinen Mann, meinen beiden Töchtern und für den Job als Erzieherin. Mit Corona kamen die nächsten Tiefschläge. Der Job wurde immer stressiger, meine Angst an Covid-19 zu erkranken wurde tagtäglich angefeuert, meine jüngste Tochter (15) wurde psychisch krank und versuchte einen Suizid. Ich war an einem Punkt, an dem meine starke, taffe und immer lächelnde Maske nicht mehr hielt und ich auf Arbeit zusammenbrach. Nach monatelanger Suche und vielen deprimierenden Absagen, bekam ich professionelle Hilfe – allerdings nur bei einer Privatpraxis auf eigene Kosten. Ich hätte so ein Angebot wie dieses Projekt damals sehr dankend angenommen. Es ist schade, dass Depressionen von vielen nicht anerkannt wird. Man wird belächelt, beschimpft oder nicht wirklich ernst genommen. Viele zeigen kein Verständnis. "Stell dich nicht so an!", "Du hast Depressionen und lachst, da stimmt wohl was nicht!“, "Reiß dich endlich mal zusammen!", "Keinen Bock zu arbeiten!", "Neumodischer Quatsch!" Dies ist ein kleiner Auszug von Äußerungen, die ich damals zu hören bekommen habe. Und das war meistens aus dem familiären Umfeld. Ich wünsche mir mehr Akzeptanz. Ein Gipsbein ist für andere Grund genug, diese Person als "krank" einzuordnen, wenn es der Seele nicht gut geht, sieht man das oft nicht. Eine Depression ist nicht greifbar und nicht sichtbar. Auch für den Betroffenen oft nicht. Aufklärung tut Not!
    Matze (33): Ich selbst litt bisher nie an Depressionen und kam durch ein Familienmitglied mit der Erkrankung in Berührung. Ich finde die Idee sehr gut für die, die es benötigen. Allerdings finde ich die Idee von Video-Meetings nicht gut, denn ich denke, dass Personen, die unter Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden eher das persönliche Gespräch benötigen. Meiner Meinung nach wird das Thema Depression schnell zu dramatisiert. Man muss den Leuten helfen, die solche Probleme haben, ohne Frage. Aber mittlerweile ist diese Krankheit von vielen ausgenutzt worden. Sogenannte "Experten" sollten nicht nur an das Geld denken und Personen falsch diagnostiziere nur, um sie in ihre Praxis zu halten. Bitte verhältnismäßig handeln und behandeln.
    Steffen (40): Durch den Druck und Stress auf Arbeit erkrankte ich an Depression und bekam zum Glück die passende Hilfe. Ich finde die Idee zur schnellen Hilfe sehr gut. Das Thema sollte viel öfter in den öffentlichen Fokus gerückt werden, damit Betroffene sich trauen, darüber zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Es gibt zu viele Menschen, die unter Depressionen leiden, um es weiterhin kleinzureden.
    Jasmin (35): Nach dem Verlust eines geliebten Menschen fiel ich in ein großes Loch. Ich suchte lange nach einem Therapeuten und fühlte mich nach jeder weiteren Absage schlechter. Das beschämende Gefühl in mir führte zu den Gedanken, dass es anderen schlechter als mir geht, wodurch ich anfing meine depressive Stimmung und die dunklen Gedanken zu verdrängen. Leider führt das in ein sehr schlechtes Gedankenkarussell und ich ging freiwillig in eine Klinik, weil ich keine freie Therapiepraxis fand. Dort empfand ich für mich die Gruppentherapie als nicht hilfreich, weil ich mich nicht überwinden konnte, frei über meine Probleme und Gedanken zu reden. Die Videotherapie könnte aber vielleicht eine Möglichkeit sein. Mittlerweile bin ich froh eine Therapeutin gefunden zu haben, die mich auf meinen Weg zur Genesung begleitet. Viele verstecken sich und fühlen sich schlecht. Ich würde mir wünschen, dass mehr Offenheit darüber herrscht und dass es nichts Schlimmes ist oder man sich anprangern lassen muss.

    MAPP-Institut

    Dienstag 8:00 Uhr 12:00 Uhr & Donnerstag 12:00 Uhr 16:00 Uhr

    Telefonisch: 0391 / 53 55 88 97 oder per Mail: termin@mapp-institut.de

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