Donnerstag, 20. Juni 2024
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    Bekanntgabe der Polizeilichen Kriminalstatistik 2023 für die Landeshauptstadt Magdeburg

    • Anstieg der Fallzahlen auf 32.332 Straftaten (+ 5.000)
    • Insgesamt 13.187 Tatverdächtige ermittelt (+ 24,1 %)
    • Rückgang der Fallzahlen für Fahrraddiebstähle auf 2.301
      (- 11,7 %)

    Die Anzahl der erfassten Straftaten stieg gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 32.332 Fälle [(2022: 27.332); (2021: 23.286)]. Dies entspricht einem Anstieg um 18,3 %. Die Häufigkeitszahl für die Landeshauptstadt Magdeburg (Straftaten pro 100.000 Einwohner) liegt demnach bei 13.507 [(2022: 11.572); (2021: 9.876)].

    Von den erfassten Straftaten konnten 19.456 (2022: 16.263) Fälle aufgeklärt werden.

    Die Aufklärungsquote (AQ) ist im Vergleich zum Vorjahr mit 60,2 % leicht gestiegen.

    Grafik: Polizeirevier Magdeburg

    Vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationsbewegungen werden die Daten zur Kriminalitätslage in der Landeshauptstadt Magdeburg zunehmend von aufenthaltsrechtlichen Verstößen beeinflusst.

    Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz, das Asylverfahrensgesetz und das Freizügigkeitsgesetz auf 3.519 Fälle gestiegen

    Im Deliktsbereich der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz, das Asylverfahrensgesetz und das Freizügigkeitsgesetz sind die Fallzahlen 2023 um 1.185 Fälle gegenüber 2022 (2.334) auf 3.519 gestiegen. Diese Steigerung lässt sich vornehmlich mit dem Betreiben der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) in Magdeburg begründen. Werden dort Asylsuchende ohne Aufenthaltserlaubnis angetroffen, erfolgt eine Registrierung kriminalstatistisch am Tatort Magdeburg, sofern dies nicht bereits an der Bundesgrenze bzw. anderswo erfolgte.

    Die Bewertung der regionalen Kriminalitätslage wird daher durch eine Darstellung ohne aufenthaltsrechtliche Verstöße ergänzt.

    Grafik: Polizeirevier Magdeburg

    Über 50% der aufgezählten Straftaten aufgeklärt

    Zu beachten ist, dass von 28.813 Straftaten (ohne Verstöße AufenthG/AsylG/FreizüG) insgesamt 55,8 % (2022: 56,0 %) aufgeklärt wurden. Hierbei wurden 9.990 (2022: 8.459) Tatverdächtige ermittelt, davon 2.952 (2022: 2.102) nichtdeutsche Tatverdächtige. Der Anteil dieser Tatverdächtigen (ohne Verstöße AufenthG/AsylG/FreizüG) liegt bei 29,5 %
    (2022: 24,8 %).

    Grafik: Polizeirevier Magdeburg

    Sexualdelikte um fasst 100 Fälle gestiegen und Rohheitsdelikte um über 800 Fälle

    Im Jahr 2023 wurden insgesamt elf Straftaten gegen das Leben (2022: 11 Fälle) erfasst, darunter waren zehn Fälle Totschlag und ein Fall der Abbruch der Schwangerschaft. Alle genannten Fälle im Jahr 2023 konnten aufgeklärt werden.

    Die Zahl der erfassten Sexualdelikte stieg von 399 auf 493 Fälle. Dies sind 94 Fälle mehr als im Vorjahr. Insgesamt konnten 420 Fälle aufgeklärt werden, was einer AQ von 85,2 % entspricht (2022: 82,7 %). In diesen Bereich fällt auch die sexuelle Belästigung nach § 184i StGB, bei welcher ein Anstieg um 8,0 % verzeichnet wurde und die Anzahl der Delikte von 112 auf 121 im Jahr 2023 stieg. Im Bereich des Verbreitens pornografischer Schriften stieg die Anzahl der Delikte im Jahr 2023 um 66 auf 175 Fälle.

    Die Anzahl der erfassten Rohheitsdelikte, zu denen u. a. Körperverletzungen, Bedrohungen und Raubdelikte zählen, stieg um 882 auf 5.189 Fälle. In der Gruppe der Raubstraftaten stiegen die Fallzahlen um 66 auf 309. Davon konnten 185 Fälle aufgeklärt werden. Die AQ lag hier bei 59,9 % (2022: 62,1 %).

    Die Zahl der Körperverletzungsdelikte stieg um 492 Fälle. 3.218 Fälle wurden im Jahr 2023 erfasst (2022: 2.726 Straftaten). Die AQ lag bei 83,6 %.

    Im Bereich der Rohheitsdelikte ist zu verzeichnen, dass auch in diesem Jahr die Zahl der Bedrohungen erneut zugenommen hat. Hier kam es zu einem Anstieg um 244 auf 1.158 Delikte im Jahr 2023 (2022: 914 Straftaten).

    Diebstahlshandlungen insgesamt auf 11.184 Fälle gestiegen

    Die Anzahl der Diebstahlsdelikte stieg auf 11.184 Fälle (+1.362 Fälle). Gleichwohl stellen diese Delikte mit 34,6 % mehr als ein Drittel des gesamten Straftatenaufkommens der Landeshauptstadt dar. 

    Die Fallzahlen beim Fahrraddiebstahl sind um 11,7 % zurückgegangen. Mit 2.301 derartigen Delikten sind es 305 Straftaten weniger als 2022 (2.606). Die Aufklärungsquote sank auf 6,9 %. Im Jahr 2022 lag Sie bei 31,1 %.

    Bei Wohnungseinbrüchen wollten die Täter meist durch die Terrassentür

    Gegenüber dem Jahr 2022 (210 Fälle) stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche auf 294 Fälle an. In 142 Fällen blieb es beim Versuch, was einen Anteil von 48,3 % ausmacht. Die AQ bei den Wohnungseinbrüchen konnte gegenüber 2022 um 3,8 % auf 22,4 % gesteigert werden. Am häufigsten versuchten die Täter, durch Aufhebeln der Terrassentür, mittels diverser Werkzeuge, in das Innere zu gelangen. In den Räumlichkeiten wurde danach gezielt nach Wertgegenständen gesucht.

    Festzustellen ist, dass die Zahl der Diebstahlshandlungen in/ aus Boden-/ Kellerräumen gegenüber dem vergangenen Jahr leicht gestiegen ist. Sie stieg im Jahr 2023 um 23 auf 962.

    Für den Bereich Diebstahl an/aus Kfz ist ein Anstieg um 2,6 % zu verzeichnen. Die Fallzahlen stiegen innerhalb eines Jahres von 1.060 auf 1.088.

    Bei dem Deliktsbereich Diebstahl von Kraftwagen/unbefugte Ingebrauchnahme stieg die Zahl der Delikte von 134 auf 177 im Jahr 2023.

    Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen die Fallzahlen um 22,8 % auf 3.468 Fälle (2022: 2.824 Fälle).

    Anstieg bei Tankbetrug

    Bei den hierzu zählenden Betrugshandlungen ist ein Anstieg um 556 Fälle (+28,4 %) auf 2.515 Fälle zu verzeichnen. Im Deliktsbereich des Tankbetruges stiegen die Fallzahlen um 27,9 % von 362 auf 463 Fälle.

    In der Deliktsgruppe Erschleichen von Leistungen stiegen die Fallzahlen um 376 Straftaten auf 794 Fälle (+90,0 %) an.

    Die Fallzahlen im Deliktsbereich Sachbeschädigung stiegen im Jahr 2023 um 254 auf 3.451 Fälle (+7,9 %). 2022 waren es noch 3.197 Fälle. Sachbeschädigungen stellen einen Anteil von 10,7 % an der Gesamtkriminalität dar. Die Anzahl der Fälle von Sachbeschädigungen durch Graffiti stieg um 128 auf 1.054 Straftaten gegenüber 2022 mit 926 Fällen. Die AQ beträgt 4,7 % (2022: 5,4 %).

    Die Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftdelikte sind aufgrund des hohen Verfolgungsdruckes weiter auf hohem Niveau. In diesem Deliktsbereich ist zu verzeichnen, dass die Straftaten von 1.270 auf 1.278 leicht gestiegen sind. Die AQ im Bereich der Rauschgiftkriminalität betrug 90,9 %. Den höchsten Anteil bilden dabei die allgemeinen Verstöße gegen das BtMG mit 1.032 Fällen (2022: 1.122 Fälle).

    Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte erneut gestiegen

    Festgestellt werden muss, dass bei den Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte die Fallzahlen zum Vorjahr, von 239 im Jahr 2022 auf 293 Straftaten im Jahr 2023, erneut angestiegen sind. Es wurden bei diesen Delikten 119 weibliche (2022: 67) und 405 männliche (2022: 320) Polizeibeamte geschädigt.

    Erfasste Fälle in den Straftatenhauptgruppen/ausgewählte Straftaten (Auszug aus der Gesamtstatistik)2023
    erfasste Fälle
    AQ
    in %
    2022
    erfasste Fälle
    AQ
    in %
    Fälle gesamt32.33260,227.33259,5
    Straftaten geg. das Leben11100,01172,7
    – Mord00,01100,0
    – Totschlag und Töten auf Verlangen10100,04100,0
    – fahrlässige Tötung00,0650,0
    Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung49385,239982,7
    – Vergewaltigung/ sex. Nötigung5490,74787,2
    – sex. Missbrauch von Kindern – sexuelle Belästigung §184i58 12186,2 74,448 11289,6 74,1
    Rohheitsdelikte/ Straftaten gg. persönliche Freiheit5.18983,74.30784,1
    – Körperverletzungen3.21883,62.72685,3
    – Raub/ räub. Erpressung/ räub. Angriff auf Kraftfahrer30959,924362,1
    Diebstahl insgesamt11.18432,49.82236,9
    – Diebstahl von Kfz. einschl. unbefugte Ingebrauchnahme17728,813423,1
    – Diebstahl von Fahrrädern2.3016,92.60631,1
    – Wohnungseinbruchdiebstahl29422,421018,6
    – Tageswohnungseinbrüche9232,67011,4
    – Diebstahl i/a Boden-/ Kellerräumen9623,79393,8
    – Diebstahl an/ aus Kraftfahrzeugen1.0887,01.0607,5
    – Taschendiebstahl2116,21560,6
    – Diebstahl in/ aus Büro/ Lager/ Werk26414,828216,7
    – Ladendiebstahl3.13385,22.41189,2
    Vermögens-/ Fälschungsdelikte3.46871,52.82466,6
    – Betrug2.51573,91.95969,1
    – Erschleichen von Leistungen79496,241894,5
    sonst. Straftaten StGB – Erpressung – Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – Landfriedensbruch6.582 36 293 5652,8 75,0 97,6 83,95.986 38 239 2051,1 63,2 93,3 70,0
    – Brandstiftung9030,05836,2
    – ST gg. Aufenth./ AsylG/ FreizüG3.51996,02.33496,7
    – Sachbeschädigung3.45121,43.19721,4
        – darunter Sachbeschädigungen durch Graffiti1.0544,79265,4
    Rauschgiftdelikte1.27890,91.27093,0
    – allg. Verstöße gegen das BtMG1.03292,81.12294,0
    Umweltkriminalität13971,211961,3
    Straßenkriminalität [1]6.00418,95.86228,6
    AufenthG/AsylG/FreizüG3.51996,02.33496,7
    Straftaten Schule33966,137547,7
    Grafik: Polizeirevier Magdeburg

    [1] Die unter dem Begriff „Straßenkriminalität“ erfassten Straftaten werden in ihrer Tatphase ausschließlich oder überwiegend auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen – einschließlich öffentlicher Verkehrsmittel – begangen.

    (PM PolMD)

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